Wolfgang Amadeus MOZART
REQUIEM
Dixit
et Magnificat
Tantum
ergo
Ave
verum
Samstag, 25. November 2000, 18.30 Uhr
Sonntag, 26. November 2000, 16.30 Uhr
Reformierte Kirche Wädenswil
Ausführende:
Maria C. Schmid,
Sopran
Franziska Knapp,
Alt
Paolo Vignoli,
Tenor
Jürg Krattinger,
Bass
Ursula Hauser,
Orgel
Kirchen- und
Oratorienchor Wädenswil
Glarner
Musikkollegium
Leitung:
Felix Schudel
Die Entstehung und die
Überlieferung von Mozarts «Requiem» erscheinen als überaus
kompliziert, widersprüchlich dokumentiert und von zahlreichen
Legenden und Spekulationen umrankt. Den Auftrag des
geheimnisvollen «grauen Boten», hinter dem sich Franz Graf von
Walsegg-Stuppach verbarg, konnte Mozart jedoch nicht mehr
vollständig ausführen; am 5. Dezember 1791 nahm ihm der Tod die
Feder aus der Hand. Im unvollendeten Werk war nur der
Einleitungssatz «Requiem aeternam» vollständig instrumentiert.
Die Singstimmen der Folgesätze und der Orchesterbass lagen im
Wesentlichen vor, hier und dort auch eine
lnstrumentations-Skizze. Mozarts Frau Constanze wandte sich noch
im Dezember 1791 an Musiker aus dem engsten Umfeld, um den
Auftrag im Sinne des Komponisten gemäss «wenigen Zettelchen mit
Musik» fertigstellen zu lassen, hatte doch der Auftraggeber
bereits eine beträchtliche Anzahlung geleistet. So begannen
Joseph Eybler, Franz Jakob Freystädtler und Franz Xaver
Süssmayr mit ergänzenden Arbeiten. Insbesondere Süssmayr
erhielt den Auftrag, die Komposition fertigzustellen, da er oft
mit Mozart über das Werk gesprochen habe. Bis heute ist jedoch
nicht restlos geklärt, wie viel Süssmayr «ganz neu
verfertigte».
Der bekannte Musikforscher H. C. Robbins Landon brachte die etwas
verworrene Quellenlage auf einen Stand, wie er sich unmittelbar
nach Mozarts Tod präsentiert haben könnte, indem er die
Ergänzungen von damals zusammenführte. Entstanden ist eine
einfühlsame Edition in Mozartschem Geist, die alle historischen
Ergänzungsversuche ernst nimmt.
Eingeschoben vor dem Sanctus erklingt in unserem Konzert ein
«Tantum ergo» aus dem Jahr 1772, und wir schliessen das Requiem
mit dem wundervollen «Ave verum corpus» ab, das Mozart in
seinem Todesjahr komponiert hatte.
Zu Beginn des Konzertes erklingt «Dixit et Magnificat»,
gleichfalls wie das «Tantum ergo» aus der frühen Salzburger
Kirchenmusik-Schaffensphase. Während dieser Zeit erprobte Mozart
kompositorisch barocke Praktiken und Traditionen, die er aber auf
seine Weise virtuos einsetzte.
Felix SchudeI (nach C. H. Riedel)